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Bevölkerung
Demographische Entwicklung
Hatte Triest um 1700 ca. 5.000 Einwohner, so stieg die Bevölkerungsanzahl im 18. und 19. Jahrhundert u.a. aufgrund der zunehmenden wirtschaftlichen Bedeutung Triests innerhalb der österreichischen Monarchie stark an.
Seit Mitte der 1960er Jahre nimmt die Einwohnerzahl ab. Der Bevölkerungsrückgang ist zurückzuführen auf die Suburbanisierung, aber auch auf die wirtschaftliche Isolation, unter der Triest lange Zeit litt.
Jahr Einwohner
1931 250.170
1936 248.307
1951 272.522
1963 277.644
1971 271.879
1981 252.369
1991 231.100
2001 211.184
Ethnien
Triest ist aufgrund seiner geographischen Lage und seiner Vergangenheit ein Schmelztiegel von verschiedenen Völkern und Sprachen.
Bereits seit dem 18. Jahrhundert wurde Triest verstärkt von verschiedenen Völkergruppen bewohnt, die sowohl ihre Kulturen und Religionen als auch die eigenen Traditionen mitgebracht haben. Am Ende des 19. Jahrhunderts bildeten die Italiener die Mehrheit der Triestiner Bevölkerung (62 %), gefolgt von Slowenen (14 %) und Deutsche (10 %). Die übrige Bevölkerung setzte sich aus anderen Nationalitäten wie Griechen, Engländern, Armeniern und Türken zusammen.
Auch heute noch bilden Italiener die Mehrheit der Bevölkerung und verleihen dem Stadtbild einen vorwiegend italienischen Charakter, der allerdings nach wie vor dem Einfluss einer größeren Minderheit von Slowenen und Kroaten und einem kleinen Anteil von Deutschösterreichern und Griechen unterliegt. Seit einigen Jahren sind auch andere Nationalitäten wie Albaner, Chinesen und Afrikaner in Triest vertreten und prägen zunehmend einzelne Stadtviertel.
Sprachen
Die Stadtbevölkerung spricht v.a. Italienisch, in einigen Vororten und im Umland wird Slowenisch gesprochen. Eine sehr geringe Minderheit spricht noch Deutsch.
Die italienische Sprache war lange Zeit in Triest und seiner Umgebung nicht richtig ausgeprägt. Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die friulanische Varietät "Tergestino" gesprochen. Der Tergestino verschwand, als die Bedeutung anderer Sprachen und Dialekte wie Deutsch, Slowenisch und Venezianisch zunahm. Es entwickelte sich ein neuer italienischer Dialekt, das so genannte "Triestinisch" (italienisch Triestino, triestinisch Triestin).
Der Triestiner Dialekt ähnelt dem Venezianischen, enthält aber auch Elemente der friulanischen, slowenischen, kroatischen, deutschen und griechischen Sprache.
Im Gegensatz zu vielen anderen Dialekten ist der Triestiner Dialekt in den vergangenen Jahren nicht zurückgegangen, sondern wird noch heute von der gesamten Triestiner Bevölkerung aktiv gesprochen.
Wirtschaft und Verkehr
Händler und Passagiere am Molo San Carlo, etwa um 1900
Händler und Passagiere am Molo San Carlo, etwa um 1900
Sitz des Lloyd Triestino, bis 1918 Österreichischer Lloyd.
Sitz des Lloyd Triestino, bis 1918 Österreichischer Lloyd.
Die Börse von Triest (2004)
Die Börse von Triest (2004)
Schiffsverkehr
Der Hafen von Triest ist einer der größten italienischen Häfen und der bedeutendste Seehafen der oberen Adria. Aufgrund seiner geografischen Lage ist er wichtigster Handelshafen für Österreich, Südbayern, Tschechien und die Slowakei.
Insgesamt beläuft sich der Verkehr im Hafen auf ein Volumen von 48 Mio. Tonnen pro Jahr, davon 35 Mio. Tonnen Rohöl, das über das wichtigste Öl-Terminal im Mittelmeerraum – das Terminal SIOT - weitergeleitet wird (über die Transalpine Ölleitung in Richtung Österreich/Schwechat – und Deutschland/Ingolstadt, mit einer Abzweigung bis nach Tschechien).
Das restliche Verkehrsaufkommen besteht aus verschiedenen Waren (ca. 5 Mio. Tonnen), Kohle, Holz, Mineralstoffen, Getreide, Kaffee und Ölsamen.
Neben der Funktion als Umschlagplatz von Rohöl und anderen Waren dient der Hafen von Triest auch als Fähr- und Kreuzfahrthafen.
Die Bedeutung des Hafens von Triest als Seehafen und Umschlagsstelle wuchs bereits ab dem 18. Jahrhundert mit der Erhebung der Stadt zum Freihafen durch Kaiser Karl VI. von Österreich im Jahre 1719. Die Erschließung des Sueskanals im Jahre 1869 stärkte Triests Stellung als Handels- und Wirtschaftszentrum. Denn der günstigste und kürzeste Seeweg vom mittleren und fernen Osten nach Europa führte über den Sueskanal durch das Mittelmeer, die Adria hinauf bis nach Triest. Der Hafen von Triest wurde somit zum Tor Europas und ermöglichte dem mitteleuropäischen Wirtschaftsgebiet, nicht zuletzt aufgrund neuer Eisenbahnverbindungen nach Triest gegen Ende des 19. Jahrhunderts, den direkten Zugang zu fernöstlichen Gebieten.
1914 hatten 12 Schifffahrtsgesellschaften mit insgesamt 716.198 Bruttoregistertonnen (BRT) ihren Sitz in Triest. Die größten davon waren:
* Österreichischer Lloyd mit 65 Schiffen und insgesamt 237.000 BRT
* Austro-Americana mit 34 Schiffen und 145.000 BRT
* Tripcovich & Co mit 16 Schiffen und 58.000 BRT
* Navigazione Libera Triestina (NLT) mit 16 Schiffen und 42.000 BRT
In den letzten Jahren erhielt der Hafen von Triest verstärkt Konkurrenz durch den nahegelegenen Hafen Koper in Slowenien und durch den Hafen Rijeka in Kroatien (tiefster Zugang für Schiffe in der Adria).
Schienenverkehr
Das Schienenverkehrsnetz der Stadt Triest basiert im Wesentlichen auf Bahnstrecken aus der altösterreichischen Verwaltung. Die Südbahngesellschaft erreichte Triest nach Überbrückung des Semmerings bereits im Jahr 1857. Der heutige Bahnhof Trieste Centrale (ursprünglich Triest Südbahnhof) befindet sich an der Stelle des ersten Südbahnhofes.
Um die Monopolstellung der privaten Südbahngesellschaft zu brechen errichteten die k.k. Staatsbahnen eine zweite Bahnverbindung, welche die Tauern, die Karawanken und den Wocheinerpass zu überwinden hatte. Diese Bahnverbindung wird meist als Neue Alpenbahn bezeichnet. Der Triester Endbahnhof Trieste San Andrea (ursprünglich Triest Staatsbahnhof) ist seit Jahrzehnten nicht mehr in Betrieb, beherbergt aber das Triester Eisenbahnmuseum.
Die Verbindung mit dem Triester Hinterland in Istrien erfolgte u.a. mit der Schmalspurbahn Triest-Parenzo (heute Pore?, auch Parenzana genannt). Diese Bahnstrecke ist seit 1935 stillgelegt.
Das normalspurige Straßenbahnnetz von Triest ist seit den 1960er-Jahren stillgelegt. An schienengebundenen Nahverkehrsmitteln existiert lediglich die meterspurige Straßen-Bergbahn nach Opicina. Ursprünglich wurde der Steilstreckenabschnitt mit Zahnradlokomotiven betrieben, nach einer Rekonstruktion wurde der Zahnradbetrieb durch seilgezogene Stellfahrzeuge ersetzt. Die Opicina-Bahn ist weltweit einer der letzten Bahnen, bei der herkömmliche Straßenbahnwagen einen Steilstreckenabschnitt mit dem Seilzugprinzip bewältigen.
Luftverkehr
Der internationale Flughafen von Triest (TRS) befindet sich 33 km nordwestlich von Triest bei der Gemeinde Ronchi dei Legionari in der Provinz Görz.
Der Flughafen nimmt als größter Flughafen von Friaul-Julisch Venetien eine strategisch bedeutsame Rolle für die gesamte Region ein. Aufgrund seiner geographischen Lage liegen neben der Region Friaul-Julisch Venetien mit ihren 1,2 Mio. Einwohnern auch Teile der Region Veneto und Kärnten sowie Gebiete in Slowenien und Kroatien im Einzugsgebiet des Flughafens. Das Einzugsgebiet des Flughafens umfasst somit insgesamt ca. 5 Mio. Einwohner.
Ansässige Unternehmen
Folgende Unternehmen und Konzerne haben ihren Hauptsitz in Triest:
* Assicurazioni Generali, Versicherungskonzern
* Fincantieri, Schiffbauunternehmen
* Illy, Kaffeehersteller
* Italia Marittima (bis 2006 Lloyd Triestino), Reederei
* Telit, italienischer Mobiltelefonhersteller
Städtepartnerschaften
* Graz, Steiermark (seit 1973)
* Como, Lombardei
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